Saab ist erneut akut vom Aus bedroht und präsentiert nun den nächsten möglichen Investor, nachdem in den letzten Wochen bereits zwei Rettungsversuche scheiterten: der chinesische Autohersteller Hawtai aus Peking und ein russischer Bankier zogen ihre Zusagen zurück. Jetzt präsentiert der niederländische Saab-Eigentümer Spyker als nächsten Investor den chinesischen Autohändler Pang Da. Der soll es richten und die benötigten Millionen in die Kassen spülen. Die Produktion bei Saab steht wegen Geldmangels seit Anfang April 2011 still.
© Foto: Speed Heads
Spyker und Saab unterzeichneten eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MoU) mit Pang Da Automobile Trade Co., Ltd., mit über 1.100 Autohäusern landesweit Chinas größtes börsennotiertes Automobilvertriebsunternehmen. Die Absichtserklärung schließt eine strategische Allianz ein, die ein 50/50-Vertriebs-Joint-Venture sowie ein Produktions-Joint-Venture (Manufacturing Joint Venture, MJV) für Fahrzeuge vorsieht, die in China unter dem Markennamen Saab sowie im Rahmen einer Marke im Besitz des MJV über eine Tochtermarke vermarktet werden sollen.
Saab wird mit bis zu 50 Prozent an dem MJV beteiligt sein; die verbleibenden Anteile werden im Besitz von Pang Da und einem noch zu benennenden Produktionspartner sein. Pang Da wird 30 Millionen Euro für den Erwerb von Saab-Fahrzeugen zahlen; ein weiterer Kauf von Fahrzeugen im Wert von 15 Millionen Euro soll abhängig von bestimmten Voraussetzungen innerhalb von 30 Tagen erfolgen.
Zusätzlich wird sich Pang Da für insgesamt 65 Millionen Euro oder 4,19 Euro pro Aktie (gewichteter Mittelwert der letzten 10 Handelstage) am Stammkapital von Spyker beteiligen. Dies entspricht unter Einbeziehung sämtlicher Bezugs- und Umtauschrechte einem Anteil von 24 Prozent an Spyker. Pang Da erhält damit das Recht, ein Mitglied des Aufsichtsrates von Spyker und/oder des Vorstandes von Saab zu benennen.
Spyker, Saab und Pang Da unterzeichneten eine Absichtserklärung zur Bildung eines Joint Ventures im Hinblick auf Vertrieb und Fertigung für den chinesischen Raum; Voraussetzungen sind eine abschließende Transaktionsdokumentation und der Erhalt bestimmter Zustimmungen durch die Aufsichtsbehörden.
Einige der Transaktionen¸ die der Absichtserklärung folgen sollen, bedürfen noch der Einigung auf abschließende Transaktionsdokumente sowie der Erfüllung bestimmter Bedingungen, darunter die Zustimmung verschiedener chinesischer Regierungsbehörden, der European Investment Bank, von GM (General Motors) und dem Swedish National Debt Office.
Mit Erhalt der ersten Zahlung von Pang Da in Höhe von 30 Millionen Euro erwartet Saab, mit seinen Zulieferern eine Einigung zu den Zahlungs- und Lieferbedingungen erzielen zu können; denn damit ist die Liquidität gewährleistet, die zur schnellstmöglichen Wiederaufnahme der Produktion erforderlich ist. Zur Optimierung der Vorlaufzeiten für Kunden und Händler bei aktuellen und zukünftigen Bestellungen wird Saab gemeinsam mit seinen Zulieferern daran arbeiten, die Auswirkungen des jüngsten Produktionsstopps so gering wie möglich zu halten.
speedheads
15.06.2011
Um die schwedische Traditionsmarke Saab zu retten, gibt der niederländische Saab-Eigner Spyker die Mehrheit an zwei chinesische Partner ab, die dafür ca. 245 Millionen Euro in die Kasse spülen wollen. Neben dem bereits bekannten chinesischen Autohändler Pang Da, will nun auch der chinesische Autohersteller Zhejiang Youngman Lotus Automobile bei Saab einsteigen. Beabsichtigt sei ferner die Produktion von Saab-Automobilen in China. [center][IMG=Saab 9-5 Spyker Pang Da Zhejiang Youngman Lotus Automobile Joint Venture MJV DJV]https://www.speedheads.de/artikelbilder/2011/Saab-9-5-1.jpg[/IMG][/center] Am 16. Mai 2011 unterzeichneten Spyker und Saab Automobile bereits eine Absichtserklärung mit Pang Da, Chinas größtem börsennotierten Automobil-Vertriebsunternehmen mit 1.100 Autohäusern landesweit. Die Absichtserklärung vom 16. Mai sieht eine strategische Allianz in Form eines 50/50-Vertriebs-Joint-Ventures (Distribution Joint Venture, DJV) und eines Produktions-Joint-Venture (Manufacturing Joint Venture, MJV) für Fahrzeuge vor, die in China unter dem Markennamen Saab sowie im Rahmen einer Marke im Besitz des MJV (der sogenannten Tochtermarke) vermarktet werden sollen. Es wurde vereinbart, dass Saab mit bis zu 50 Prozent an dem MJV beteiligt sein wird. Die verbleibenden Anteile sollten im Besitz von Pang Da und einem noch zu benennenden Produktionspartner sein. Pang Da und Saab einigten sich nunmehr mit Youngman darauf, dass Youngman der Produktionspartner in diesem MJV sein wird, an dem Youngman 45 %, Saab 45 % und Pang Da 10 % der Anteile halten werden. Am DJV wird Youngman mit 33 %, Pang Da mit 34 % und Saab Automobile mit 33 % beteiligt sein. Gemäß der Absichtserklärung vom 16. Mai würde Pang Da sich mit insgesamt 65 Millionen Euro an Spyker beteiligen; dies entspräche 24 Prozent des ausstehenden Aktienkapitals von Spyker auf verwässerter Basis. Mit Youngman als neuem Anteilseigner von Spyker beträgt das Spyker-Aktienpaket von Pang Da weiterhin 24 %; die Investition erhöht sich allerdings auf 109 Millionen Euro. Der Aktienpreis bleibt bei 4,19 Euro pro Anteil. Pang Da erhält ferner das Recht, bis zu zwei Mitglieder des Aufsichtsrates von Spyker zu benennen. ? Youngman wird sich unter Einbeziehung sämtlicher Bezugs- und Umtauschrechte mit 29,9 % an Spyker beteiligen. Dies entspricht einer Investition von 136 Millionen Euro bei einem Aktienpreis von 4,19 Euro. Youngman wird damit berechtigt sein, ebenfalls bis zu zwei Mitglieder des Aufsichtsrates von Spyker zu benennen. Spyker, Saab, Pang Da und Youngman wollen Joint-Ventures zur Herstellung und zum Vertrieb von Fahrzeugen der Marke Saab und einer Tochtermarke gründen. Saab und Youngman werden mit jeweils 45 % am Herstellungs-Joint-Venture beteiligt sein und Pang Da wird die verbleibenden 10 % halten. Saab und Youngman planen darüber hinaus, mit jeweils 33 % am Vertriebs-Joint-Venture beteiligt sein - Pang Da wird 34 % halten. Die Absichtserklärung hat unverbindlichen Charakter und die entsprechenden damit verbundenen Transaktionen unterliegen der Einigung auf definitive Transaktionsdokumente sowie bestimmten Bedingungen, unter anderem der Zustimmung von Regierungsbehörden und Dritten.