Der VW Tiguan bekommt einen kleinen Bruder: Volkswagen präsentiert mit dem neuen Cross Coupé die Studie eines SUV von morgen. Optisch zeigt das allradgetriebene Plug-In-Hybridfahrzeug mit drei Motoren den Crossover aus einem viertürigem Coupé und kompakten Geländewagen, der ebenso durch einen minimalen Verbrauch und Spurtstärke überzeugen soll. Charakterstark, skulptural und dynamisch steht das Cross Coupé ferner für das zukünftige SUV-Design von Volkswagen. Seine Weltpremiere feiert das VW Cross Coupé auf der Tokio Motor Show (03.12.2011 - 11.12.2011).
© Foto: Volkswagen
Design: Die Volkswagen-Frontpartie von morgen
Prägend für die Optik des Cross Coupés sind die sehr lange Motorhaube, eine völlig neue Frontpartiegestaltung, die weit nach hinten gerückte Kabine der Passagiere und die im Vergleich zu konventionellen SUV sehr flache Fensterlinie. Zudem realisierten die Designer eine muskulös-athletische, aber weiterhin sehr klare Linienführung. Das Cross Coupé wirkt dabei extrem präzise und modern.
Die charakteristischen, horizontalen Linien des „Volkswagen-Gesichtes“ werden in diesem Fall zu einem Bindeglied zwischen Gegenwart und Zukunft. Anders als bei heutigen Modellen, ließen die Designer beide Xenon-Doppelscheinwerfer und die verchromten Rippen des Kühlergitters physisch miteinander verschmelzen. Im Detail sind es zwei übereinanderliegende Chromstreifen, mit denen man die Scheinwerfer verband.
Mehr noch: Die nach außen ansteigenden Chrom-Flügel betonen darüber hinaus die Breite und sind dabei Teil eines völlig neuartigen Lichtkonzeptes. Der untere der beiden Chrom-Flügel beinhaltet das Tagfahrlicht, der darüber angeordnete Flügel den Blinker. Die Lichtsignatur, die Scheinwerfer und der Grill finden sich so zu einer innovativen Kombination.
© Foto: Volkswagen
Mittig im Stoßfänger gibt es ferner einen in Wagenfarbe lackierten Bereich, der mittels einer präzise geformten Lichtkante nach oben hin eine homogene Einheit mit den Kühlergrillstreifen bildet. Ganz unten im Stoßfänger folgt eine weitere Kühlluftöffnung, die mit zwei zusätzlichen kleineren Chromstreifen verkleidet ist. Links und rechts davon befinden sich jeweils die LED-Nebelscheinwerfer.
Auffallend ist beim Blick weiter nach hinten die scharfeTornadolinie, die knapp unterhalb der rahmenlosen Fenster verläuft und sich vom vorderen bis zum hinteren Kotflügel erstreckt. Hier schließen sich nach unten die deutlich ausgestellten Kotflügel an, die eine kraftvolle Seitenlinie und fast an einen Sportler erinnernde Silhouette formen. In genau dieses Bild passen die 20 Zoll großen Leichtmetallräder mit Reifen im Format 265/45. Nach hinten hin baut sich über den Radhäusern eine coupéartige C-Säule mit großem Volumen auf.
Das flache Band der Seitenscheiben beeinflusst den Heckbereich. Typisch für ein Coupé ist die sehr schräg eingearbeitete Heckscheibe. Nach oben hin wird die Heckklappe durch einen Spoiler abschlossen, der optisch die Dachfläche verlängert und technisch als Abrisskante die Aerodynamik optimiert. Schmal geschnitten wirken die Rückleuchten.
Ähnlich wie ihre Pendants der aktuellsten Serienmodelle, etwa dem neuen CC, weisen die Rückleuchten einen filigranen, hellen, horizontal verlaufenden Streifen auf, der die Leuchtkörper äußerst elegant wirken lässt. Typisch für ein SUV ist indes der bullige Heckstoßfänger, in den links und rechts außen die Abgasendrohre integriert sind.
Cross Coupé mit langem Radstand und kurzen Überhängen
Technisch definiert das sportlich konzipierte Cross Coupé einen neuen Status: Die Studie basiert - als erstes, jemals der Öffentlichkeit präsentiertes Modell - auf dem neuen, modularen Querbaukasten (MQB) von Volkswagen; aus diesem Grund kennzeichnen das Cross Coupé unter anderem auffallend kurze Karosserieüberhänge.
© Foto: Volkswagen
Die in Tokio gezeigte Studie ist mit 4,345 Metern länger als ein Golf und kürzer als ein Tiguan. Genau zwischen diesen beiden Bestsellern sind die 1,868 Meter für die Breite und 1,523 Meter für die Höhe angesiedelt. Darüber hinaus fällt auf, dass die Studie mit 2,630 Metern einen im Verhältnis zur Gesamtlänge recht großen Radstand besitzt (5,2 Zentimeter mehr als der Golf, plus 2,6 Zentimeter gegenüber dem Tiguan). Die Karosserieüberhänge sind dementsprechend kurz und die Gesamtproportionen im Zusammenspiel aller Dimensionen außerordentlich knackig.
Abseits asphaltierter Straßen setzt sich das Cross Coupé mit Karosseriewerten in Szene, die nahezu im Bereich klassischer SUVs liegen. So beträgt der vordere Böschungswinkel gute 24,2 Grad, der hintere im Hinblick auf den Geländeeinsatz hervorragende 32,5 Grad. Das Cross Coupé kennzeichnet zudem eine offroadtaugliche Bodenfreiheit.
Antrieb: Drei Motoren in einem Auto und nur 2,7 l/100 km
Das VW Cross Coupé besitzt gleich drei Motoren, die als Hybrid-System effizient zusammenwirken: Vorne im Motorraum befinden sich ein 110 kW/150 PS starker TSI-Turbo-Benziner mit maximal 210 Nm Drehmoment sowie ein Elektromotor mit 40 kW/54 PS Leistung und 180 Nm Drehmoment. Diese zwei Motoren treiben zusammen oder jeweils einzeln die Vorderachse an.
© Foto: Volkswagen
Soll das Cross Coupé im Allradmodus respektive rein elektrisch betrieben werden, schaltet sich ein weiterer Elektromotor hinzu, den die Macher als koaxialen Antrieb in das Hinterachslayout integrierten. Dieser Elektromotor treibt die Hinterräder an und leistet bis zu 85 kW/116 PS sowie 270 Nm Drehmoment. Als Gesamtleistung des Systems (Benziner + Batterie) ergeben sich maximal 195 kW/265 PS.
Beim rein elektrischen Fahren erhalten die Elektromotoren Strom über eine aus 8 Modulen bestehende Lithium-Ionen-Batterie, die einen Energiegehalt von 9,8 kWh besitzt und sich im Mitteltunnel des Cross Coupés befindet. Eine im Spannungsbereich von 370 Volt arbeitende und im vorderen Motorraum integrierte Leistungselektronik managt den Hochvolt-Energiefluss von und zur Batterie beziehungsweise zu den Elektromotoren.
Das Bordnetz des Cross Coupés wird indes über einen DC/DC-Wandler mit der notwendigen 12-Volt-Spannung versorgt. Raumeinschränkungen im Interieur durch das elektrische Antriebssystem gibt es nicht. Die Batterie lädt sich entweder über externe Stromquellen (230-Volt-Anschluss) oder während der Fahrt mittels TSI-Motor und Bremsenergierückgewinnung (sowohl via Vorder- als auch Hinterachse) auf.
In nur 7,0 Sekunden beschleunigt das Cross Coupé von 0 auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 201 km/h. Sorgen allein die Elektromotoren für Vortrieb, wird die Höchstgeschwindigkeit bei 120 km/h abgeregelt. Die Kraftübertragung erfolgt über ein 7-Gang-DSG (Direktschaltgetriebe). Aufgrund der vom Design optimal ausbalancierten Aerodynamik und der für ein SUV niedrigen Gesamthöhe ergibt sich ein Cw-Wert von sehr guten 0,329.
Das Cross Coupé wiegt voll betankt 1.748 Kilogramm, kann 450 Kilogramm zuladen und über eine Distanz von bis zu 45 Kilometern rein elektrisch fahren. Dabei entstehen lokal keinerlei Emissionen. Der Verbrauch des TSI-Motors beträgt im Durchschnitt nur 2,7 l/ 100 km, was einem CO2-Ausstoß von 62 g/km entspricht. Im Hybridbetrieb ergibt sich bei 55 Litern Tankinhalt eine theoretische Reichweite von 815 Kilometern; zusammen mit der Reichweite im Elektrobetrieb kann das Cross Coupé bis zu 855 km ohne Tankstopp zurücklegen.
© Foto: Volkswagen
Die aktuelle elektrische Reichweite und die Gesamtreichweite des Cross Coupés zeigen die Instrumente permanent an. Je nach Antriebssituation, zum Beispiel Traktionsverlust an der Vorderachse, sowie durch den bewussten Wechsel des Fahrers in den Allrad- oder Elektromodus wird die Hinterachse über den hinten integrierten zweiten Elektromotor in Sekundenschnelle hinzugeschaltet. Generell stehen dem Fahrer drei Fahrmodi zur Verfügung: „City“ (Eco-Modus mit minimalem Verbrauch), „Sport“ (Dynamik, Fahrspaß) und „Offroad“ (dauerhafter Allradantrieb).
Vielseitiges Interieur für vier Personen
Im viersitzigen Innenraum führt die Allianz aus SUV und Coupé dazu, dass sämtliche Details deutlich sportlicher als in konventionellen SUVs ausgelegt wurden. Die Armaturen zeigen die dynamisch präzise Linienführung eines Coupés, bauen aber ähnlich hoch wie in einem SUV. Die Oberflächen der Armaturen sind sehr edel in ihrer Beschaffenheit, gleichzeitig jedoch sehr robust. Diese Robustheit kennzeichnet ebenfalls die Bedienelemente, Griffe und generelle Haptik der Dinge im Interieur.
Hinter dem 3-Speichen-Lenkrad befindet sich ein frei programmierbares Kombiinstrumenten-Display. Über einen Drehregler in der Mittelkonsole kann dieses Display die drei Modi „Sport“, „City“ und „Offroad“ dynamisch darstellen. Die funktional unterschiedlichen Inhalte der Modi werden je nach Auswahl zugesteuert, wie zum Beispiel das Gyrometer, der Kompass und die topografische Karte im Offroad-Modus. Die drei Modi sind jeweils spezifisch gestaltet und farblich differenziert voneinander ausgeführt.
© Foto: Volkswagen
Mittig zwischen den beiden Rundinstrumenten befindet sich ein weiteres, multifunktionales Farbdisplay, in das sich Fahrzeuginformationen, das Telefonmenü, Audio-Infos und parallel weitere Navigationsdaten wie eine 3D-Offroad-Darstellung einblenden lassen.
Das VW Cross Coupé erhielt eine Ausstattung mit vier Einzelsitzen, die alle als Schalen mit einer fest integrierten Kopfstütze konzipiert wurden. Raum steht den vier Passagieren sowohl zur Seite als auch nach vorn und oben reichlich zur Verfügung.
Die Rücksitzlehnen und die Lehne des Beifahrersitzes lassen sich komplett nach vorne klappen, um im Cross Coupé Surfbretter, Gleitschirme oder andere sperrige Utensilien einzuladen. Der Kofferraum hinter den Rücksitzen fasst ein Volumen von 380 Litern (bis Höhe Fensterkante). Wird der 1,724 Millimeter lange Innenraum bis zu den Lehnen der Vordersitze und dachhoch beladen, steigt das Volumen auf 1.230 Liter.