Aus der Heimat von Heidi, Toblerone und Ricola tönt es laut: die Schweizer haben mit dem Weber F1 Faster One den wohl schnellsten allradangetriebenen Supersportwagen entwickelt. Mit feinsten Zutaten wie bei der Schokoladenherstellung und höchster Präzision, für welche die Eidgenossen bei hochwertigsten Zeitmessern bekannt sind, entstand nach ständiger Weiterentwicklung und intensiven Tests in den vergangenen Jahren ein nunmehr 1.200 PS starker und über 400 km/h schneller Bolide, der für gewaltige Adrenalinkicks und immense Speed-Orgien sorgen soll. In Planung befindet sich bereits eine Version mit rund 1.600 PS.
© Foto: Weber Sportcars
Antrieb: In nur 2,5 Sekunden auf Tempo 100
Der Weber F1, gebaut von ehemaligen Ingenieuren des BMW- bzw. Sauber Petronas-F1-Teams, ist bei seiner „Geburt“ mit einer Vmax von mehr als 400 km/h der schnellste und zugleich leichteste, allradgetriebene Supersportwagen mit Straßenzulassung. Das 5,0 Liter große V10-Triebwerk mit zwei Turboladern generiert 1.200 PS bei 7.000 U/min und ein maximales Drehmoment von 1.250 Nm bei 4.200 U/min. Dem gegenüber steht ein Leergewicht von nur 1.250 Kilogramm, so dass daraus ein mehr als imposantes Leistungsgewicht von 1,04 kg/PS resultiert.
Mit einem intelligenten Allradantrieb und der ausgeklügelten Aerodynamik erreicht der Mittelmotor-Zweisitzer die 300 km/h-Grenze bereits nach 16,2 Sekunden, um schließlich seine Vmax jenseits der 400 km/h hinzulegen. Der Sprint von 0 auf 100 km/h brennt der Weber F1 mit nur 2,5 Sekunden in den Asphalt.
Die Kraftübertragung wurde von Weber-Sportcars selbst entwickelt und gefertigt. Das semi-automatische, sequenzielle Sechsgang-Getriebe wird, wie heute bei Supersportwagen üblich, über Schaltwippen am Lenkrad gesteuert. Besonderen Wert legten die Schweizer auf eine extrem kurze Schaltzeit von nur 40 Millisekunden und auf eine optimale Standfestigkeit trotz der enormen Belastung durch 1.250 Nm Drehmoment.
Der Allradantrieb mit dynamischer Kraftverteilung auf alle vier Räder stellt ebenfalls eine Eigenentwicklung von Weber dar. Durch elektronisch gesteuerte Differenziale wird maximale Traktion bei allen Fahrbahnverhältnissen und damit eine optimale Beschleunigung erreicht. Dabei überträgt das System bis zu 36 Prozent der Leistung auf die Vorderräder. Ebenso an Bord befindet sich eine aktive Traktionskontrolle aus der Formel 1.
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Weber produziert übrigens auch einige in der Formel 1 eingesetzte Komponenten für KERS (Kinetic Energy Recovery System). Genau diese Technologie soll bei der Realisierung des stärksten jemals gebauten Hybrid-Autos mit in der Spitze etwa 1.600 PS Anwendung finden, womit die Supersportwagen-Industrie vor einer Revolution stünde. Weber sucht bereits intensiv nach geeigneten Investoren.
Ausgefeilte Aerodynamik im noch dynamischeren Look
Um mehr als 400 km/h Vmax zu erreichen, ist die Aerodynamik von elementarer Bedeutung. Die 2,040 Meter breite und 1,150 Meter hohe Karosserie des 4,500 Meter langen Weber F1 wird komplett aus ultraleichtem, aber hochfestem Carbon hergestellt. Mit Hilfe modernster Aerodynamik-Software und Windkanaltests legten die Macher das Carbon-Kleid konsequent für maximale Stabilität bei höchsten Geschwindigkeiten aus. Der aerodynamische Abtrieb soll nur noch von reinrassigen Rennwagen übertroffen werden, die keine gesetzlichen Vorschriften bezüglich Bodenfreiheit etc. erfüllen müssen.
Die seit dem Prototypen überarbeitete Formgebung der weit nach oben zur bündig eingefügten Windschutzscheibe gezogenen Fronthaube produziert Abtrieb an der Vorderachse, was der Fahrstabilität zugute kommt. Die vorderen Scheinwerfer mit integrierten LED-Blinkern sind genauso eine Eigenkonstruktion von Weber wie die LED-Rückleuchten.
Die Türen besitzen aus aerodynamischen Gründen keine Griffe und öffnen sich elektrisch. Für die Sicht nach hinten sorgen dafür windschlüpfrige Außenspiegel. In der Dachpartie ließ man ferner eine Airbox ein, die das Triebwerk mit Ansaugluft versorgt. Strömungsgünstig integrierte Weber außerdem die Lufteinlässe am Heck, die den Fahrtwind zu den Ladeluft- und Ölkühlern im Motorraum bringen.
© Foto: Weber Sportcars
Der glatte Unterboden des Weber F1 mündet in einem breiten, am Heck nach oben gezogenen Venturi-Tunnel. Dieses aerodynamische Hilfsmittel trägt ebenso zur Erzeugung von hohem aerodynamischen Abtrieb bei wie der elektronisch gesteuerte Heckflügel. Dieser sich der Fahrsituation anpassbare Heckflügel dient nicht nur zur Erzeugung von Abtrieb, sondern ebenso als Luftbremse. Je nach Geschwindigkeit und Bremskraft, die der Fahrer aufwendet, stellt sich der Flügel innerhalb von 50 Millisekunden bis zur senkrechten Position auf. Dadurch lassen sich bis zu 4.000 Newton zusätzlich an Bremskraft erzeugen.
Reinrassige Rennsport-Technologie auf die Straße gebracht
Das Fahrwerk bringt reinrassige Rennsport-Technologie auf die Straße. Dazu gehören aus dem Vollen gefräste, ebenfalls von Weber gefertigte Dreieckslenker oben und unten sowie vielfach in Zug- und Druckstufe einstellbare Federbeine an beiden Achsen. Für die ultrabreite Spur fertigte man spezielle, besonders leichte Räder an. Vorne bringen 10 x 20 Zoll große Felgen mit Reifen im Format 285/25 die Lenkkräfte auf die Straße. An der Hinterachse kommen 13 x 20 Zoll messende Räder mit Gummis im Format 325/25 zum Einsatz.
Selbstverständlich verlässt sich Weber nicht nur auf die aerodynamische Bremse durch den aufstellbaren Heckflügel. Für die mit ABS (Antiblockiersystem) geregelten Verzögerungselemente war das Beste gerade gut genug. Dazu fertigte Weber 12-Kolben-Festsättel, die an Vorder- und Hinterachse auf innenbelüftete Keramik-Bremsscheiben der Dimension 380 x 34 Millimeter einwirken. In dieser Kombination kommt der Zweisitzer von Tempo 100 nach nur rund 30 Metern zum Stehen.
Interieur: Purer Rennsport-Look mit Komfort
Das zweisitzige Cockpit des Weber Faster One mit integrierter Sicherheitszelle vereint puren Rennsport-Look in einer Kombination aus Carbon und Leder mit dem Komfort, den man heute von einem Supersportwagen erwartet. Auf Wunsch gibt es eine Racing-Ausstattung mit Carbon-Schalensitzen und Sechspunktgurten.
Über das selbst entwickelte Lenkrad im Formel-1-Design lassen sich zahlreiche Funktionen, wie beispielsweise das Mapping der Motorelektronik oder die Traktionskontrolle, kontrollieren und das sequenzielle Getriebe schalten. Zu den Komfortfeatures gehören eine Servolenkung, eine Klimaanlage, elektrische Fensterheber und ein Soundsystem mit integriertem Navigationssystem. Eine Rückfahrkamera erleichtert das Rückwärtsrangieren.