Schweizer Präzisionsarbeit steht nicht nur für die hochwertigsten Zeitmesser der Welt, sondern auch für einige der ultimativsten Sportwagen-Schmieden. Weber Sportcars stellte seine Flunder vor rund einem Jahr erstmalig als Concept Car vor. In der Zwischenzeit entwickelten die Macher den Boliden, der nun den Beinamen „Faster One“ trägt, mit dem Ziel weiter, den schnellsten Straßensportwagen der Welt zu bauen. Die Performance-Werte der Serienversion lassen aufhorchen und der Verkaufspreis von 1.620.000 Schweizer Franken, inklusive der deutschen Mehrwertsteuer wären das aktuell rund 998.414 Euro, ist weit oben angesiedelt.
© Foto: Speed Heads
Der von einem 900 PS starken Bi-Kompressor-V8 angetriebene Zweisitzer ist nur 1.100 Kilogramm schwer. Dank des Leistungsgewichts von atemberaubenden 1,22 Kilogramm pro PS, intelligentem Allradantrieb und ausgefeilter Aerodynamik katapultiert sich der Mittelmotorrenner in nur 16,2 Sekunden auf Tempo 300 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von über 400 km/h. Für den klassischen Spurt von 0 auf Tempo 100 vergehen nur 2,5 Sekunden.
Ausgefeilte Aerodynamik für Top-Speed
Um mehr als 400 km/h Vmax zu erreichen, ist die Aerodynamik von elementarer Bedeutung. Die 204 Zentimeter breite und 115 Zentimeter hohe Karosserie des Weber Faster One wird komplett aus ultraleichtem, aber hochfestem Carbon hergestellt. Mit Hilfe modernster Aerodynamik-Software und Windkanaltests legten die Macher das Carbonkleid konsequent für maximale Stabilität bei höchsten Geschwindigkeiten aus. Der aerodynamische Abtrieb soll nur noch von reinrassigen Rennwagen übertroffen werden, die keine gesetzlichen Vorschriften bezüglich Bodenfreiheit etc. erfüllen müssen.
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Die im Vergleich zu anderen Sportwagen senkrechte Frontpartie mit den beiden Kühlergrills ist ein Resultat derAerodynamik-Forschungen. Durch dieses Design wird ein Windkeil vor dem Fahrzeug erzeugt, der die Überströmung des Autos positiv beeinflusst. Die Formgebung der weit nach oben zur bündig eingefügten Windschutzscheibe gezogenen Fronthaube produziert Abtrieb an der Vorderachse, was der Fahrstabilität zugute kommt. Die vorderen Scheinwerfer mit integrierten LED-Blinkern sind genauso eine Eigenkonstruktion von Weber wie die LED-Rückleuchten.
Die Türen des 450 Zentimeter langen Supersportwagens besitzen aus aerodynamischen Gründen keine Griffe und öffnen sich elektrisch. Für die Sicht nach hinten sorgen dafür windschlüpfrige Außenspiegel. In der Dachpartie ließ man ferner eine Airbox ein, die das Triebwerk mit Ansaugluft versorgt. Strömungsgünstig integrierte Weber außerdem die Lufteinlässe am Heck, die den Fahrtwind zu den Ladeluft- und Ölkühlern im Motorraum bringen.
Der glatte Unterboden des Weber Faster One mündet in einem breiten, am Heck nach oben gezogenen Venturi-Tunnel. Dieses aerodynamische Hilfsmittel trägt ebenso zur Erzeugung von hohem aerodynamischen Abtrieb bei wie der ausfahrbare, elektronisch gesteuerte Heckflügel. Dieser Spoiler dient aber nicht nur zur Erzeugung von Abtrieb, sondern auch als Luftbremse. Je nach Geschwindigkeit und Bremskraft, die der Fahrer aufwendet, stellt sich der Flügel innerhalb von 50 Millisekunden bis zur senkrechten Position auf. Dadurch lassen sich bis zu 4.000 Newton zusätzlich an Bremskraft erzeugen.
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Hochleistungs-Triebwerk mit Schweizer Präzision
Der Weber Faster One wird von einem 7.011 cm³ großen V8-Bi-Kompressor-Triebwerk mit Trockensumpfschmierung angetrieben. Der Motor basiert auf dem LS7-Motor von Chevrolet, der auch in der Corvette Z06 zum Einsatz kommt. Von dem Triebwerk behält Weber allerdings nur den Zylinderblock und die Basiskonstruktion mit einer zentralen Nockenwelle und Ventilantrieb via Stößelstangen bei. Die Edelstahlauspuffanlage besitzt ferner durchsatzfreudige Metallkatalysatoren sowie ein Drosselklappensystem für ein perfektes Sound-Engineering. Das Aggregat leistet 900 PS bei 7.000 U/min und produziert ein maximales Drehmoment von 1.050 Nm bei 3.900 Touren.
Ein Motormanagement aus dem Rennsport stimmt alle neuen Komponenten und Parameter perfekt aufeinander ab. Gleichzeitig gibt das System dem Fahrer über verschiedene, vom Lenkrad aus anwählbare Kennfelder die Möglichkeit, die Leistung und das Ansprechverhalten dem jeweiligen Einsatzzweck anzupassen. Gleichzeitig sorgt die Motorelektronik für die Einhaltung der strengen Euro-4-Abgasnorm.
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Die Kraftübertragung entwickelte Weber selbst - als Lieferant von High-Tech-Komponenten für verschiedene Formel 1- und DTM-Teams verfügt Weber über das notwendige Know-how. Das semi-automatische, sequenzielle Sechsgang-Getriebe wird über Schaltwippen am Lenkrad gesteuert. Besonderen Wert legten die Macher auf eine extrem kurze Schaltzeit von nur 50 Millisekunden sowie auf optimale Standfestigkeit trotz der enormen Belastung durch 1.050 Nm Drehmoment.
Der intelligente Allradantrieb mit dynamischer Kraftverteilung auf alle vier Räder stellt ebenfalls eine Eigenentwicklung von Weber dar. Durch elektronisch gesteuerte Differenziale wird maximale Traktion bei allen Fahrbahnverhältnissen und damit auch eine optimale Beschleunigung erreicht. Bis zu 36 Prozent der Leistung überträgt der Allradantrieb auf die Vorderräder.
Performance durch Leichtbauweise, Leistung und Aerodynamik
Durch die Kombination aus Leichtgewicht, Motorleistung, Vierradantrieb, einer aktiven Traktionskontrolle aus der Formel 1 und innovativer Aerodynamik erreicht der Weber Faster One Beschleunigungszeiten, die bisher meist nur reinrasigen Rennwagen vorbehalten waren. Aus dem Stand katapultiert sich der Zweisitzer in nur 2,5 Sekunden auf Tempo 100. Nach 6,6 Sekunden hat er die Geschwindigkeit bereits verdoppelt. 300 km/h werden dank des Leistungsgewichts und des sehr guten cW-Wertes nach 16,2 Sekunden erreicht. Die Vmax liegt bei über 400 km/h.
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Um die angestrebten Fahrleistungen zu erzielen, schufen die Schweizer eine Symbiose aus Leichtbau, Leistung und Aerodynamik. Das nur 65 Kilogramm schwere Chassis wird, wie fast alle Komponenten und Werkzeuge, von Weber selbst hergestellt. Es besteht aus hochwertigem Aluminium, wie es sonst in der Raumfahrt eingesetzt wird. Die Werkzeuge für die hochfesten Profile, aus denen der mit FEM-Computertechnologie berechnete Gitterrohrrahmen geschweißt wird, entstanden ebenfalls bei Weber.
Die Steifigkeit spricht Bände: Bei einer Belastung mit 30 Tonnen verwindet sich das Chassis des Weber Faster One um nur 1,0 Grad. Um eine optimale Gewichtsverteilung von 50:50 und einen möglichst tiefen Schwerpunkt zu erreichen, besitzt der Sportwagen vier Benzintanks mit einer Gesamtkapazität von 110 Litern.
Mit reinrassiger Rennsport-Technologie auf die Straße gebracht
Das Fahrwerk bringt reinrassige Rennsport-Technologie auf die Straße. Dazu gehören aus dem Vollen gefräste, ebenfalls von Weber gefertigte Dreieckslenker oben und unten sowie vielfach in Zug- und Druckstufe einstellbare Federbeine an beiden Achsen. Für die ultrabreite Spur fertigte man spezielle, besonders leichte Räder an. Vorne bringen 10x20 Zoll große Felgen mit Reifen im Format 285/25 die Lenkkräfte auf die Straße. An der Hinterachse kommen 13x20 Zoll messende Räder mit Gummis im Format 325/25 zum Einsatz.
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Selbstverständlich verlässt sich Weber nicht nur auf die aerodynamische Bremse durch den aufstellbaren Heckflügel. Für die mit ABS (Antiblockiersystem) geregelten Verzögerungselemente war das Beste gerade gut genug. Dazu fertigte Weber 12-Kolben-Festsättel, die an Vorder- und Hinterachse auf innenbelüftete Keramik-Bremsscheiben der Dimension 380x34 Millimeter einwirken. In dieser Kombination kommt der Zweisitzer von Tempo 100 nach nur rund 30 Metern zum Stehen.
Hightech und Sicherheit im Cockpit
Das zweisitzige Cockpit des Weber Faster One mit integrierter Sicherheitszelle vereint pure Rennsportlook in einer Kombination aus Carbon und Leder mit dem Komfort, den man heute von einem Supersportwagen erwartet. Die Farbkombination bestimmt der Käufer selbst. Auf Wunsch kann der Kunden eine Racing-Ausstattung mit Carbon-Schalensitzen und Sechspunktgurten ordern.
Über das selbst entwickelte Lenkrad im Formel-1-Design lassen sich zahlreiche Funktionen, wie beispielsweise das Mapping der Motorelektronik oder die Traktionskontrolle, kontrollieren und das sequenzielle Getriebe schalten. Zu den Komfortfeatures gehören Servolenkung, Klimaanlage, elektrische Fensterheber sowie ein Soundsystem mit integriertem Navigationssystem. Eine Rückfahrkamera erleichtert das Rückwärtsrangieren.
Turbine
01.05.2008
Schaut von vorne aus als hätte das Auto einen Zirkus-Direktor-Bart :D
Aston Martin (Gast)
01.05.2008
Fast eine Million Euro für SOWAS? Das ist wohl eines der unförmigsten Autos, das ich bis jetzt gesehen habe. Wer kauft sowas? Dann leg ich doch lieber noch was drauf und kauf mir gleich den Veyron. Der gefällt mir ja sogar besser.
VirusM54B30
01.05.2008
Extremes Design für Extreme leistung:autsch: