Und wer ist hier der Favorit?

, 30.04.2014

Gibt es vor der DTM-Saison 2014 einen klaren Favoriten auf den Titel oder gelten alle Akteure als potenzielle Meister? Lesen Sie hier, was die Fahrer dazu sagen!

23 Fahrer gehen in die DTM-Saison 2014. Doch am Ende kann es nur einen geben, der den DTM-Fahrertitel erobert. Und wer wird das sein? Das fragen sich kurz vor dem Auftakt in Hockenheim natürlich auch die unmittelbar Beteiligten. Doch eine Prognose traut sich fast keiner zu. Weshalb? Weil die Regeln teilweise verändert wurden und weil das Kräfteverhältnis noch nicht erkennbar ist.

Also fragt man denjenigen, der aufgrund seiner Leistung aus dem vergangenen Jahr im Fokus der Aufmerksamkeit steht: Mike Rockenfeller (Audi), der DTM-Champion von 2013. Er fährt dieses Mal mit der Startnummer eins, hat 22 Verfolger im Getriebe. Schneller macht ihn der Titelgewinn aus dem Vorjahr aber nicht, wie er sagt: "Es macht keinen Unterschied, wer im vergangenen Jahr Meister war."

"Es ist zwar schön, 2013 die Meisterschaft gewonnen zu haben. Doch jetzt geht es wieder bei null los", meint der deutsche Rennfahrer und erklärt, weshalb sich vor Saisonbeginn keine Favoriten benennen lassen: "In der Formel 1 hast du drei, vier Fahrer oder Autos, die um die WM fahren können. Das ist hier schon anders. Es gibt viele Fahrer, die das Ganze gewinnen können - mehr als zehn."

Wer sind die "üblichen Verdächtigen"?

Zu viele, um sie einzeln aufzuzählen. Die "üblichen Verdächtigen" gibt es aber wohl trotzdem. "Man könnte ganz einfach sagen: Alle, die schon mal gewonnen haben. Ich glaube aber: Das reicht nicht", sagt Rockenfeller. "Deshalb will ich da keine Namen nennen." Gary Paffett (Mercedes), Meister 2005, geht da sogar noch einen Schritt weiter: "Ich denke, es gibt 2014 keinen Titelfavoriten", meint er.

"Wir haben es in den vergangenen Jahren gesehen: Die DTM ist ungeheuer umkämpft. Es gibt bei jeder Marke gleich mehrere Fahrer, die das Potenzial haben, die Meisterschaft zu gewinnen. Es ist schwierig, einen Favoriten zu benennen. Zuletzt hatten wir so viele unterschiedliche Sieger, als dass es möglich wäre, einen davon als Favoriten herauszupicken", so der Rennfahrer aus Großbritannien.

Zudem, das erklärt Timo Glock (BMW), lassen die Wintertests der DTM nur bedingt Rückschlüsse auf das Kräfteverhältnis zu. "Ich glaube, es ist unheimlich schwierig, etwas herauszulesen", sagt der frühere Formel-1-Pilot. Auch er will keine Favoriten nennen, meint aber: "Dadurch, dass die Fahrerqualität in der DTM sehr hoch ist, kann jeder der 23 Fahrer ein Wort um die Meisterschaft mitreden."

Erfahrung ist Trumpf in der DTM

"Natürlich muss man alle Titelkandidaten vom vergangenen Jahr nennen, logischerweise auch Mike Rockenfeller als Titelverteidiger. Das sind alles Leute, die heiß darauf sind, wieder zuzuschlagen. Dazu gibt es jede Menge junger Leute, die mit Sicherheit alle ein Ausrufezeichen setzen wollen", sagt Glock und fügt hinzu: "Wer sich am Ende durchsetzen wird, das ist noch ein großes Fragezeichen."

Ein Fahrer mit Erfahrung wird es sein - darin sind sich die meisten Beteiligten einig. Auch DTM-Neuling Nico Müller (Audi) sieht das so: "Erfahrung spielt im Saisonverlauf sicher eine große Rolle. Da haben die großen Namen der DTM sicher einen Vorteil. Es hat sich aber früher schon gezeigt, dass es sich auch von Tag zu Tag verändern kann. Die Karten werden eben immer wieder neu gemischt."

Und dann wäre da noch das "Phänomen der DTM", wie es Glock beschreibt. Er hat es in seinem ersten DTM-Jahr selbst erlebt: Erfolg und Misserfolg trennt nur ein schmaler Grat. "Nicht nur bei mir geht es auf und ab, sondern auch bei allen anderen. Das sieht man an Fahrern, die schon um die Meisterschaft gefahren sind, aber in anderen Jahren gerade so in die Top 10 gekommen sind."

Erst die Qualifikation gibt Aufschluss...

"Die DTM liegt einfach unheimlich eng beisammen und die Qualität der Fahrer ist sehr hoch", sagt Glock und erklärt: "Im ersten Rennen kannst du der Held sein und gewinnen, im nächsten Rennen geht etwas schief und du stehst nur auf Startplatz 15 und fährst um die goldene Ananas. Weil es so eng ist, ist es so spannend und so schwierig. Und am Ende gehört natürlich auch etwas Glück dazu."

Oder anders ausgedrückt: abwarten! Denn erst in Hockenheim werden die Karten aufgedeckt - im ersten DTM-Qualifying des Jahres. Das glaubt zumindest Ex-Champion Paffett: "Dann sehen wir, wo wir im Vergleich zur Konkurrenz stehen." Ob das Saisonfinale 2013 vielleicht wenigstens als Indiz für das Kräfteverhältnis herhalten kann? Damit rechnet nicht mal Hockenheim-Finalsieger Glock.

"Es ist immer ein sehr, sehr gutes Gefühl, das letzte Rennen zu gewinnen. Aber das war 2013. 2014 fängt wieder alles von vorn an", meint der BMW-Pilot und merkt an: "Jetzt müssen wir erst einmal schauen, ob wir für das erste Rennen gut aussortiert sind. Es ist immer schwierig, etwas aus den Tests herauszulesen. Ob wir den Sieg wiederholen können, das lassen wir also mal dahingestellt..."

Die Leser von 'Motorsport-Total.com' scheinen jedenfalls einen klaren Favoriten für die Saison 2014 zu haben: Bruno Spengler (BMW), Meister 2012. Er landete in einer Umfrage mit rund 2.000 Stimmen auf dem ersten Platz (29 Prozent). DTM-Rückkehrer Paul di Resta (Mercedes), Meister 2010, trauen 17 Prozent den Titelgewinn zu. Mattias Ekström (Audi), Meister 2004 und 2007, liegt bei 13 Prozent vorn.

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