Vietoris: "HWA ist eine ganz andere Welt"

, 21.07.2012

Christian Vietoris spricht über seinen Aufstieg ins Werksteam von HWA: Neue Möglichkeiten, zusätzlicher Druck und der "beste Teamkollege meiner Karriere"

Im vergangenen Jahr fuhr Christian Vietoris im Persson-Team seine Premieren-Saison in der DTM. Obwohl zählbare Resultate oft ausblieben - lediglich in Oscherleben fuhr der 23-Jähriger als Fünfter in die Punkte - überzeugte der Gönnersdorfer die Mercedes-Verantwortlichen von seinen Fähigkeiten. Und nachdem Vietoris seine Formel-1-Ambitionen (zumindest vorerst) aufgab, folgte in dieser Saison die Beförderung ins Werksteam von HWA. Schon im Winter war Vietoris aktiv in die Entwicklung des neuen C-Coupés eingebunden und stellte dabei fest, dass bei HWA die Uhren anders ticken.

"Es ist eine ganz andere Welt. Die Aufgaben für die Fahrer sind anders, sie sind anspruchsvoller", sagt Vietoris im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Im vergangenen Jahr habe ich sozusagen das Auto gestellt bekommen und durfte damit fahren. Jetzt bei HWA bin ich in die Entwicklung eingebunden." Die neuen Möglichkeiten waren für den 23-Jährigen zunächst eine Umstellung: ""Es ist eine ganz interessante Erfahrung. Ich muss mich da auch noch weiter einleben. Ich war so etwas nicht gewohnt."

Individuelle Entwicklung statt Einheitsbrei

"Ich bin vorher in Einheitsserien gefahren. Da hatte man das Auto dort stehen und musste per Setup versuchen, das Beste herauszuholen", blickt Vietoris auf seine Jahre in der GP2, Formel 3 und A1GP zurück. Jetzt kann er das Auto, im Rahmen der Reglen, seinen Wünschen anpassen lassen. "Hier gibt es Entwicklungsspielraum, es gibt kaum Einschränkungen. Man könnte einfach so eine neue Vorderachse bauen, wenn man sie braucht."

"Das Feedback der Piloten ist dabei sehr wichtig. Das ist eine interessante Aufgabe, gerade für mich als jungen Piloten. Ich kann das Auto auch auf meine Bedürfnisse hin entwickeln lassen", so der 23-Jährige. Doch es muss nicht gleich eine neue Vorderachse sein, auch bei Kleinigkeiten geht HWA auf die Wünsche der Piloten ein: "Bei den Testfahrten im Winter habe ich gemerkt, dass es absolut ein Werksteam ist, das die Entwicklung vorantreibt. Wenn es da einen Wunsch gab, zum Beispiel einen Verstellmechanismus für die Bremsbalance im Cockpit, dann war es zum nächsten Test einfach drin", berichtet Vietoris.

Lehrmeister Paffett

Doch mit den zusätzlichen Möglichkeiten sind natürlich auch gestiegene Erwartungen verbunden. Konnte Vietoris im Vorjahr bei Persson noch in Ruhe lernen, werden jetzt zählbare Ergebnisse von im gefordert. "Die Erwartungshaltung ist vorhanden", gibt der Mann aus der Eifel zu. "Den größten Druck baue ich mir selber auf. Den Druck von außen nimmt man weniger wahr. Jeder Fahrer hat ein Ziel, das er erreichen will. Ich selbst stecke mir immer sehr hohe Ziele."

Die Entscheidung, sich voll auf die DTM zu konzentrieren, war für Vietoris daher genau die richtige: "Es ist eine perfekte Konstellation, vor allem die direkte Zusammenarbeit mit Gary Paffett." Von seinem Teamkollegen ist der junge Deutsche sehr beeindruck: "Er bildet mich mit seiner Erfahrung regelrecht aus. Sobald ich eine Frage habe, bekomme ich sofort eine Antwort. Er ist der beste Teamkollege, den ich in meiner bisherigen Karriere hatte, weil er sehr ehrlich ist und mir mit Rat und Tat zur Seite steht."

Ohnehin unterscheidet sich das Arbeitsklima bei in der DTM grundlegend zu dem in den Formelserien. "Das ist mir 2011 schon aufgefallen: Bei den Markenkollegen in der DTM gibt es keinen Konkurrenzkampf, sondern es ist ein Miteinander. Das ist der größte Unterschied zu den Serien, in denen ich zuvor gefahren bin. Dort war es immer der Teamkollege, den man schlagen musste. Hier ist es genau andersherum. Teamintern vergleicht man ganz offen die Telemetriedaten", so Vietoris.

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