Mercedes' Entwicklungsstrategie: Früher an später denken

, 18.03.2013

Die Silberpfeile wollen je nach sportlichem Erfolg in der Saison 2013 entscheiden, wie sie Zeit, Geld und Personal auf die beiden laufenden Projekt verteilen

Nicht erst seit den Zeiten der Wirtschaftskrise müssen Formel-1-Teamchefs nicht nur etwas vom Motorsport verstehen, sondern auch vom Sparen. Bei Mercedes betont man das Ziel der Kostenreduktion in der Formel 1 stets besonders. 2013 stehen die Verantwortlichen vor einer besonders kniffligen Aufgabe: Einerseits geht es darum, einen konkurrenzfähigen Boliden für die laufende Saison auf vier Räder zu stellen, andererseits müssen sie auf die Regelnovelle und die Turbo-Ära vorbereitet sein.

Ross Brawn kennt den schwierigen Spagat: "Unweigerlich muss man sich also überlegen, wie man diese Ressourcen verteilt", gibt der Mercedes-Verantwortliche zu bedenken. Die Silberpfeile haben früh mit der Arbeit am Auto für 2014 begonnen. Das Projekt wird geleitet Geoff Willis, Aldo Costa wechselt später im Jahr vom aktuellen Boliden in die Zukunftsplanung. Brawn ist mit den Fortschritten zufrieden. Allen voran der in Brixworth entwickelte V6-Motor soll den Modellen der Konkurrenz voraus sein.

Mit der Planung will Brawn auf das Abschneiden in der laufenden Saison reagieren. "Wir haben da ein bisschen Flexibilität. Viel hängt davon ab, wie dieses Jahr verläuft, und in vielerlei Hinsicht wäre es eine ideale Situation, wenn uns die Entscheidung sehr schwer fallen sollte", so der Brite. Klingt paradox, ist es aber nicht. Denn kämpft Mercedes um Grand-Prix-Siege oder gar um den WM-Titel, wäre es wohl lohnenswert, die Mitarbeiter weiter mit Aufgaben rund um den W04 zu betrauen.

Brawn will darauf vorbereitet sein: "Das ist übrigens auch der Grund, warum wir die Struktur aufgebaut haben, die wir jetzt haben, denn im Moment benötigt man zwei starke Parallelprogramme", erklärt er die Aktivität auf dem Personalmarkt, die so machen Kritiker schon dazu angehalten hatten, von vielen Köchen zu sprechen, die den Brei verderben. "Während des Jahres müssen wir entscheiden, ob wir die Ressourcen in die eine oder die andere Richtung verschieben."

So erklärt Brawn auch die Tatsache, dass Mercedes 2012 in der zweiten Saisonhälfte schwach war und spricht von einer Vernachlässigung des Autos zugunsten eines Windkanal-Upgrades. "Das klingt nach Ausreden, und ich möchte keine Ausreden erzählen, aber wir sind dieses Jahr fest entschlossen, das Auto so gut es geht weiterzuentwickeln", verkündet das "Superhirn" und will kontrolliert mit den Ressourcen umgehen. Wegen Teamvereinbarungen bei Windkanaltests und CFD-Arbeit ist Mercedes ohnehin eingeschränkt.

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