Otmar Szafnauer: Ressourcen-Beschränkung trifft uns nicht

, 10.02.2010

Force India COO Otmar Szafnauer spricht im Team-Interview über den Vorteil, klein zu sein und wo man doch noch wachsen will.

Du bist jetzt rund vier Monate beim Team. Welche Eindrücke hast du gewonnen?

Otmar Szafnauer: Ich mag die Atmosphäre im Team. Mit der einen Hälfte des Teams entwerfen wir ein gutes Auto und die Windkanal-Leute machen einen guten Job dabei, die Zahlen zu erreichen, die wir brauchen. Man hat einfach nicht die Zeit und die Ressourcen, um etwas zu verschleudern, also macht man einfach seine Arbeit.

Als du zum Team kamst, befand es sich in einer sehr stabilen Situation und hatte Erfolg auf der Strecke. Hat das dabei geholfen, dir die Dinge etwas zu erleichtern?

Otmar Szafnauer: Ich denke, Stabilität bringt Ergebnisse. Das heißt nicht, man soll nichts ändern und sich verbessern, da man das eindeutig muss, aber große Umbrüche helfen nie. Wenn man Stabilität hat und die richtigen Leute in die gleiche Richtung arbeiten, dann ist das viel besser. Zum Glück haben wir das hier.

Welche Verbesserungen sind schon in Arbeit?

Otmar Szafnauer: Es gibt zwei große Verbesserungen zu 2009. Eine war die Erhöhung der Ressourcen für CFD, dank der Partnerschaft mit CRL in Indien. Dadurch wurden unsere Kapazitäten verfünffacht. Der andere große Bereich war die stärkere Nutzung des Windkanals, der war beinahe 24 Stunden sieben Tage die Woche in Betrieb. In Verbindung hat uns das gestattet, große Fortschritte zu machen. Voriges Jahr hat Simon Roberts auch sehr gute Abläufe und Prozeduren eingeführt, die ebenfalls dabei halfen, unsere Arbeitsweise sowie die Kommunikation im Unternehmen zu verbessern und damit letztendlich den Entscheidungsprozess. Simon hat dabei tolle Arbeit geleistet und ich werde das weiterführen.

Red Bull hat wie ihr den Test in Valencia verpasst und ihr habt das Auto stattdessen in Silverstone eingefahren. Was war der Gedanke dahinter?

Otmar Szafnauer: Das war eine strategische Entscheidung. Indem wir den ersten Test verpassten, gewannen wir etwas mehr Entwicklungs-Zeit - etwas mehr Zeit im Windkanal, etwas mehr Zeit, um darüber nachzudenken, was am Auto wichtig ist. Das war ein Tauschgeschäft. Wir haben einen Shakedown-Tag gemacht, bevor das Testen beginnt, dadurch holten wir etwas von der verlorenen Zeit zurück.

Dieses Jahr gibt es den ersten Schritt in der Ressourcen-Beschränkung - wie beeinflusst das Force India?

Otmar Szafnauer: Es gibt eine Verringerung des Personals, das dieses Jahr bei Rennen erlaubt ist. Auch die externen Ausgaben gehen zurück, aber das beeinflusst uns nicht. Wenn wir dieses Jahr nichts ändern, werden wir in beiden Bereichen unter den vorgegebenen Limits bleiben, wohingegen andere Teams etwas zurückfahren müssen. Es ist sehr zu unserem Vorteil, da wir uns nichts Neues aneignen oder Arbeits-Abläufe umstellen müssen.

Was sind die größten Herausforderungen, die sich dem Team in den nächsten ein, zwei Jahren stellen?

Otmar Szafnauer: Unsere größte Herausforderung ist es, den Windkanal rund um die Uhr im Einsatz zu haben und unsere CFD-Kapazitäten effizienter zu machen. Um die Leistung zu maximieren, muss man tausende kleine Dinge richtig hinbekommen. Dieses Jahr wird das Racing durch das Tankverbot etwas anders sein, und es ist immer gut, etwas mehr Geld zu haben, damit man über das Jahr hinweg mehr entwickeln kann.

Du hast die Änderungen bei der Strategie dieses Jahr erwähnt. Denkst du, das Team könnte etwas dadurch gewinnen, dass es schnell reagiert und die richtigen Entscheidungen trifft?

Otmar Szafnauer: Ja, vor allem zu Anfang des Jahres, wenn sich die Leute noch nicht ganz eingewöhnt haben. Ich denke, in der Formel 1 lernen alle schnell und sie lernen schnell voneinander. Wenn wir zu Beginn richtige Entscheidungen treffen, wird uns das helfen.

Ihr habt die gleichen Fahrer behalten. Was steuern sie zum Team bei?

Otmar Szafnauer: Adrian ist ein großes Plus für uns. Er ist sehr talentiert, er ist schnell und hat keine Angst. Ihm wird die Erfahrung helfen, die er jetzt hat. Wenn Tonio von vorigem Jahr lernen kann - und sein Selbstvertrauen ist hoch, da er nun einen Stammplatz hat -, dann hat er viel Potential.

Ihr habt Paul di Resta als dritten Fahrer verpflichtet. Wie siehst du seine Rolle?

Otmar Szafnauer: Er ist ein junger Fahrer mit viel Potential und wir werden mit ihm arbeiten, um dieses Potential zu maximieren. Das sollte dem Team auch etwas nutzen. Er kann uns bei Simulator-Tests helfen und er sollte ein paar Freitage fahren, nur um sich an das Auto zu gewöhnen und seine Fähigkeiten zu verfeinern. Dann werden wir sehen, wie seine Zukunft aussieht.

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