Pirelli nach der "Feuerprobe Barcelona" zufrieden

, 11.05.2014

Trotz einer Strecke, die den Reifen eigentlich alles abverlangt, dominierten in Spanien Zweistoppstrategien - Beim anstehenden Test wandert der Fokus Pirellis auf 2015

Der Circuit de Barcelona-Catalunya gilt in Sachen Reifenverschleiß als eine der anspruchsvollsten Strecken im Formel-1-Kalender. Aus diesem Grunde hatte sich Pneulieferant Pirelli im Vorfeld für die beiden härtesten Gummimischungen im Angebot entschieden: Medium und Hard. Während des Rennens entwickelten sich daraufhin verschiedene Strategien, eine bevorzugte Taktik sollte sich dann allerdings doch noch herauskristallisieren.

So entschieden sich acht der zehn besten Fahrer für eine Zweistoppstrategie - so auch das Erfolgsduo von Mercedes, das in Spanien den Spanien den vierten Doppelerfolg in Serie feiern durfte. Im Vorjahr war Sieger Fernando Alonso noch viermal an die Box gekommen. Einige Piloten, wie auch Weltmeister Sebastian Vettel, bewiesen jedoch, dass es auch anders ging. So fuhr der Red-Bull-Pilot mit drei Stopps von Startplatz 15 auf den vierten Rang vor.

"Wir haben gegen Rennende einige spannende Zweikämpfe in den Top 10 gesehen, obwohl viele der Fahrer mit gänzlich unterschiedlichen Strategien unterwegs waren", erinnert sich Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery. Das unterstreiche auch die Wichtigkeit der Strategie in jedem einzelnen Rennen 2014, so der Brite. "Dabei geht es nicht nur um die Anzahl der Boxenstopps, sondern auch um die Reihenfolge der verschiedenen Reifenmischungen."

Autos haben sich verbessert

Vor dem Rennen war gemunkelt worden, ob Pirellis Reifenauswahl nicht vielleicht zu konservativ sei; dies sieht Hembery nun als widerlegt an. "In meinen Augen war das absolut die richtige Wahl. Als wir herkamen, haben wir eigentlich ein Dreistopprennen simuliert. Das hat sich durch gewisse Verbesserungen an den Autos verändert, vor allem an der Spitze des Feldes. Es gab weniger durchdrehende Räder, weniger Drifts und einfach ein besseres Reifenmanagement." Darüber hinaus habe sich die Strecke im Laufe des Wochenendes stetig verändert.

"Nachdem es in der Nacht geregnet hatte, waren die Streckentemperaturen heute niedriger, was den Zeitunterschied zwischen der harten und der Medium-Mischung verringert hat", erklärt Hembery. "Obwohl Barcelona eine der anspruchsvollsten Strecken des Jahres ist, war die Reifenabnutzung fast komplett unter Kontrolle; das beweist die Tatsache, dass die Mehrheit der Fahrer nur zweimal an die Box kam." Während bei Pirelli vor einem Jahr noch der Baum brannte, herrscht jetzt Tiefenentspannung.

Testen für 2015

Nun wollen sich die Italiener auf den anstehenden zweiten Test in dieser Saison konzentrieren (ebenfalls in Barcelona), bei dem man die Reifen für 2015 entwickeln will. "Es geht noch nicht so wirklich um die Mischungen, sondern eher um die Struktur. Wir können beobachten, dass durch die durchdrehenden Räder bei diesen Autos besonders die Mitte der Lauffläche überhitzt. Das versuchen wir zu reduzieren", erklärt Hembery.

Veränderungen in der Gummimischung, wie Pirelli sie im Vorjahr hat vornehmen müssen, erwartet Hembery während der Saison 2014 nicht: "In diesem Jahr sind überhaupt keine Veränderungen geplant, nein. Wenn es ein Problem mit der Sicherheit geben sollte, dann würden wir natürlich reagieren - wie im vergangenen Jahr. Aber momentan gibt es keinerlei Anzeichen dafür."

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